Vodafone Fusion mit Kabel Deutschland: Wird die Übernahme teurer als geplant?

vodakabelAn der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone gab es längere Zeit keine Zweifel mehr. Doch plötzlich scheinen sich die Dinge zu wenden, denn der US-Hedgefonds Elliott Capital, der einen Anteil von über 13 Prozent an den Aktien von Kabel Deutschland hält, möchte plötzlich einen maßgeblich höheren Preis erzielen. Während Vodafone nur 84,53 Euro pro Aktie anbot, soll nach Elliott jeder Anteilsschein einen Mindestpreis von 225 Euro kosten. Wie das Manager Magazin in der Ausgabe vom 18. Juli 2014 berichtete, könnten sich damit die Gesamtkosten für die Übernahme von Kabel Deutschland extrem erhöhen. Die Rede ist von zusätzlichen Kosten in Höhe von 3 Milliarden Euro.

Doch praktisch geht die Fusion von Kabel Deutschland und Vodafone weiter. Erst kürzlich führte Vodafone die Verfügbarkeitsprüfung für die DSL-Tarife von Vodafone mit der Verfügbarkeitsprüfung von Kabel-Internet-Tarifen von Kabel Deutschland zusammen. Seitdem ist es mit einer einzigen Prüfung möglich, die Verfügbarkeit sämtlicher Produkte zu ermitteln. Mittlerweile haben Kunden auch die Möglichkeit, Produkte von Kabel Deutschland in den Shops von Vodafone zu kaufen und umgekehrt.

Eine Dachmarke gibt es mit dem Tarif „Zu Hause Plus“ ebenfalls bereits. Hier bündelt Vodafone die Festnetzproduktpalette von Kabel Deutschland, welche das Unternehmen schon seit einigen Monaten bewirbt. Später sollen Glasfaserangebote folgen. Vodafone gab sogar an, früher oder später völlig auf den Markennamen von Kabel Deutschland zu verzichten. Dann werden alle Breitband-Pakete unter der Marke Vodafone vertrieben. Von der Übernahme verspricht Vodafone sich, die Telekom unter Druck zu setzen und der führende Telekommunikationsanbieter in Deutschland zu werden.

Bis heute gelang es Vodafone, einen Anteil von über 76 Prozent des Unternehmens Kabel Deutschland (KDG) zu übernehmen. Nun sollen auch die restlichen Prozente an Vodafone übergehen, damit die Aktie KDG durch Vodafone von der Börse genommen werden kann. Dies erweist sich jedoch als schwieriger als erwartet. Vor allem muss ein deutlich höherer Kostenaufwand eingeplant werden. Denn nicht nur der US-Hedgefonds Elliott Capital stellt sich Vodafone in den Weg, sondern laut Manager Magazin auch weitere Minderheitsaktionäre. Vor dem Landgericht München wurde bereits ein Einspruchverfahren in Gang gesetzt.

Dort fordern sie Vodafone dazu auf, einen circa dreimal höheren Preis für jede Aktie zu zahlen, als Vodafone bisher vorgeschlagen hatte. Die Barabfindung belief sich bisher auf 84 Euro, Elliott Capital verlangt jedoch mindestens 225 bis 275 Euro. Dieser Preis basiert auf einem von Wirtschaftsprüfen erstelltem Bewertungsgutachten. Wenn diesen Forderungen tatsächlich stattgegeben werden sollte, dann muss Vodafone für die Fusion etwa drei Milliarden Euro zusätzlich zahlen. Eine solche Nachtragsforderung ist rekordverdächtig.

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